Anders. Anders? Integration und Ausgrenzung auf dem Land

Die sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg präsentieren in der Saison 2017 und 2018 ein neues gemeinsames Ausstellungsprojekt von landesweiter Bedeutung. Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Anders. Anders?- Ausgrenzung und Integration auf dem Land“ werden unterschiedliche Aspekte der Geschichte und der Lebensverhältnisse von Minderheiten im ländlichen Raum beleuchtet und mit dem landesweiten Forschungs- und Ausstellungsprojekt zu einem bisher wenig beachteten Aspekt der ländlichen Alltags- und Kulturgeschichte verbunden.

Nach „Zöpfe ab, Hosen an. Die Fünfzigerjahre auf dem Land in Baden-Württemberg“ (2002) und „Dorf unterm Hakenkreuz“ (2009) haben die sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg wieder ein gemeinsames Ausstellungsprojekt, dieses Mal zum Thema "Ausgrenzung und Integration auf dem Land", realisiert. Von der Ambivalenz des Anders-Seins - als „anders“ zu gelten wurde von den Betroffenen zum Teil als Makel, zum Teil aber auch als Stärkung empfunden - ausgehend, werden mit den einzelnen Ausstellungen die unterschiedlich intensiven und verschieden ausgeprägten Formen der Ausgrenzung ebenso aufgezeigt, wie Mechanismen der Integration.

Jedes der sieben Freilichtmuseen zeigt eine eigenständige Ausstellung mit begleitenden Aktivitäten und Veranstaltungen, die einen engen Bezug zur jeweiligen regionalen Geschichte hat. Gleichzeitig entsteht durch einen gemeinsam erarbeiteten Ausstellungsteil eine Zusammenschau, die ein neues Licht auf die gesellschaftliche Relevanz von Randgruppen früher und heute wirft.

In der Saison 2017 standen die Themen Flucht und Heimkehr (Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof Gutach), Heimatvertriebene (Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck) und die Minderheit der Jenischen (Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen) im Mittelpunkt. Das jüdische Leben im ländlichen Württemberg (Freilichtmuseum Beuren), die Sozialfürsorge im 19. und frühen 20. Jahrhundert (Odenwälder Freilichtmuseum Gottersdorf), die ersten Gastarbeiter in Wolfegg (Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg) und das Anderssein im oberschwäbischen Dorfalltag (Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach) werden in der Saison 2018 gezeigt.

Die Freilichtmuseen präsentieren die jeweiligen Themen im alltäglichen Kontext. Auf diese Weise lässt sich auch die Brücke in die Gegenwart und in den Alltag der Besucherinnen und Besucher schlagen.

Das Projekt wird unterstützt von der Baden-Württemberg-Stiftung und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.