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Information vom 11. November 2008

Freilichtmuseen schließen erfolgreiche Saison ab und stellen anspruchsvolles Programm für 2009 vor

 

Auf der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft der regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg konnte der Vorsitzende, Landrat Dr. Heiko Schmid, auf eine erfolgreiche Saison zurück blicken. Knapp 650.000 Besucher ließen sich von Ausstellungen und Aktionstagen begeistern. Im Jahr 2009 planen die regionalen Freilichtmuseen koordinierte Ausstellungen zum Thema „Dorf unterm Hakenkreuz“. Die Landesstiftung Baden-Württemberg unterstützt das ehrgeizige Vorhaben mit 100.000 Euro.

Unter dem Motto „Muskelkraft und Pferdestärken“ zog sich 2008 ein bunter Reigen von interessanten Angeboten quer durch Baden-Württemberg. Dazu zählten Anbau und Verarbeitung des Grünkerns im Odenwälder Freilandmuseum Walldürn-Gottersdorf genauso wie das große Schlepper-Treffen im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen oder der Einsatz einer besonderen Rarität, eines historischen Stationärmotors im Freilichtmuseum Beuren. Im Schwarzwälder Freilandmuseum Vogtsbauernhof Gutach kam das alte Sensenmähen wieder zu hohen Ehren. Im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck ging es sogar zu wie im Märchen. „Stroh zu Gold“, hieß es und zu bewundern war in der Sonderausstellung die vielfältige Verwendung des Strohs. Im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach trafen sich schon zum 10. Mal ein Dutzend historische Dampfmaschinen. Das Bauernhausmuseum Wolfegg lud zum Museumsfest und führte historische Technik und altes Handwerk in großer Auswahl vor. Dazu kamen weitere Veranstaltungen, zu denen sich teilweise mehrere Tausend Besucher in den Freilichtmuseen einfanden.

Auch waren drei Jubiläen zu feiern: Kürnbach erreichte mit 40 Jahren das Schwabenalter, Wackershofen blickt auf stolze 25 Jahre und Neuhausen ob Eck bereits auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurück.

        Herbsttagung der Freilichtmuseen 2008

v. l.: Dr. Bernd Holtwick (Geschäftsstelle Biberach); Landrat Dr. Heiko Schmid (Biberach), Thomas Naumann (Sprecher der Arbeitsgemeinschaft)


Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der „Sieben im Süden“, der Biberacher Landrat Dr. Heiko Schmid, hatte also allen Grund, zufrieden auf die zurückliegende Saison zu blicken. Er betonte das große finanzielle und ideelle Engagement der Träger der Freilichtmuseen und dankte auch für die enge Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Landesstelle für Museumsbetreuung in Stuttgart. Die Kombination von regionaler Verankerung und landesweiter Zusammenarbeit habe sich in den letzten Jahrzehnten als echtes Erfolgsmodell herausgestellt, sagte Landrat Dr. Schmid. Das Land Baden-Württemberg habe sich stets verlässlich zu seiner Verantwortung bekannt, so dass hier ein Netzwerk von regionalen Freilichtmuseen entstanden sei, das bundesweit einmalig sei und Vorbildcharakter habe.

Dr. Schmid verwies auf das enorme Potential der Freilichtmuseen. Die „Sieben im Süden“ verfügen über 170 historische Originalgebäude, die vom 16. bis zum 20. Jahrhundert erbaut worden sind. Hinzu kommen umfangreiche Sammlungen. Diese Originale seien die Grundlagen, auf denen die aktive und kreative Vermittlungsarbeit der Museen aufsetze, so Schmid.

Der Ausblick auf das Jahr 2009 zeigt besonders den Nutzen der jahrzehntelangen Zusammenarbeit der baden-württembergischen Freilichtmuseen. Gemeinsam widmen sie sich der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Diktatur auf dem Land. Die Landesstiftung Baden-Württemberg unterstützt dieses landesweite Projekt, und so konnte sich Landrat Dr. Heiko Schmid, jetzt über die Zusage einer großzügigen Förderung freuen. Das gemeinsame Ausstellungsprojekt unter dem Titel „Dorf unterm Hakenkreuz“ im Jahr 2009 wird mit insgesamt 100.000 Euro gefördert. „Ohne die Förderung könnten wir diese wichtige Aufbereitung des Themas nicht stemmen. Als Vorsitzender der Sieben im Süden bin ich deshalb der Landesstiftung sehr dankbar“, sagte Landrat Dr. Schmid.

„Der Nationalsozialismus fand nicht nur in den großen Städten statt. Die Diktatur und der Krieg hatten auf dem Land ebenso tief greifende Folgen. Allerdings fehlt dazu bislang eine breite und gründliche Aufarbeitung“, so Dr. Schmid. Die sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen haben sich deshalb für das nächste Jahr vorgenommen, Abhilfe zu schaffen. Mit gleichzeitig stattfindenden und aufeinander abgestimmten Ausstellungen in Gottersdorf, Wackershofen, Beuren, Gutach, Neuhausen ob Eck, Kürnbach und Wolfegg nehmen sie sich des anspruchsvollen Themas an. Dazu erscheint in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Museumsbetreuung ein gemeinsamer Katalog, der die wichtigen Hintergründe erläutert. Die Freilichtmuseen bieten eine hervorragende Plattform, um die nach wie vor wichtige  Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einem breiten Publikum nahe zu bringen.

Außerdem werden sich die „Sieben im Süden“ 2009 gemeinsam dem Thema „Kindheit auf dem Land“ widmen. Unter diesem Motto wird nicht nur der gemeinsame Saisonstart stehen, der am Sonntag, 5. April 2009, in Neuhausen ob Eck stattfindet, sondern auch der Tag der Freilichtmuseen am 2. August 2009.

 


 

 

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