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Tag der Freilichtmuseen: "Verflickt und zugenäht!"
Es ist bereits eine gute Tradition: Immer am 1.Augustsonntag, in diesem Jahr am 5.August, machen die baden-württembergischen Freilichtmuseen, die "Sieben im Süden", eine gemeinsame Aktion mit jährlich wechselndem Thema. In diesem Jahr stehen die Vorführungen unter dem Motto "Verflickt und zugenäht": Es dreht sich alles um das Herstellen von Textilien im Kontext des früheren ländlichen Lebens. Ein Anschauungsunterricht erster Güte also in der eigenständigen Anfertigung und Erhaltung von Textilien, in jedem der sieben Museen mit etwas anderem Schwerpunkt. Hier nur eine Auswahl der vielfältigen Vorführ- und Mitmachprogramme:
Im Odenwälder Freilandmuseum Walldürn-Gottersdorf wird gesponnen, gestrickt, genäht, gestopft und man kann allerlei manchmal gar sonderbaren Wäschestücke unserer Altvorderen bestaunen. Dazu gibt es eine Sonderführung mit Schwerpunkt Kleider und Wäsche im früheren ländlichen Haushalt. Im Hohenloher Freilandmuseum Schwäbisch Hall-Wackershofen werden Kleider hergestellt, die arbeitsintensive Reinigung kann nacherlebt werden u. auf der Leine ist die Leibwäsche unserer Urgroßeltern zu besichtigen. Im Freilichtmuseum Beuren im Landkreis Esslingen stellt in einem ehemaligen Weberhaus eine Weberin am Handwebstuhl Tücher her und es gibt Aktionen wie Filzen für Kinder oder ein Waschtag vor Erfindung der Waschmaschine. Zusätzlich werden hier Sonderführungen zu den Feldern von Hanf und Flachs angeboten, der Grundlage der Textilfasern. Im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof darf man Wäsche waschen, filzen und färben wie früher oder etwa das Bandweben probieren. Außerdem zeigen Strickerin, Spinnerin, Klöpplerin und Weberin ihre Fertigkeiten. Im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck im Landkreis Tuttlingen wird Flachs verarbeitet, Wolle gewaschen, gekämmt und gefärbt und Gold- und Silberstickerei vorgeführt. Im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach ist eine Weißnäherin zugange und fertigt Taschen und Kissen aus historischen Leinen- und Baumwollstoffen und eine Stickerin verarbeitet Original-Motive aus früheren Jahrhunderten. Wer an diesem Tag das Bauernhaus-Museum Wolfegg im Landkreis Ravensburg besucht, darf mit der "Strickliesel" stricken, Filzen und jedes Kind, das einen Stoffrest mitbringt, darf diesen auf dem Webstuhl verarbeiten, bis am Ende ein "Flickenteppich" entstanden ist. Ein unterhaltsames und aufschlussreiches Angebot also am 5.August zur Ferienzeit in verschiedenen Regionen unseres Landes. Und selbstverständlich kann man sich in allen genannten Museen an diesem Tag ausführlich an Sonderständen über alle "Sieben im Süden" umfangreiche Informationen einholen. Nicht nur zu den Aktionstagen, sondern auch zu deren wertvollen Gebäudebeständen: Insgesamt rund 160 historische ländliche Gebäude nämlich haben die baden-württembergischen Freilichtmuseen seit den 1960er Jahren gerettet und für Gegenwart und Nachwelt erhalten. |